CRV = Gewinnstop / Verluststop
zeigt beim Trading an, wie der mögliche Gewinn eines Trades im Verhältnis zum eingegangenen Risiko steht.
Der mögliche Gewinn wird aus den Gewinnstops ermittelt.
Die Verluststops bestimmen das Risiko.
Der Trade sollte
geschlossen werden.
Falls über die Gewinn- und Verluststops pyramidisiert wird, muss das Chance/Risiko-Verhältnis differenzierter betrachtet werden.
Die Berechnung des Chance/Risiko Verhältnisses ist simpel.
Die Formel lautet:
Gekürzt um den Einstandspreis ergibt sich:
Ziel ist ein möglichst hohes Chance / Risiko-Verhältnis.
Für jeden Trade sollten die erwarteten Gewinne das Risiko deutlich übersteigen.
Anstelle von
Reward/Risk Ratio = Chance/Risiko-Verhältnis (CRV)
hört man manchmal auch:
Risk/Reward Ratio = Risiko/Chance-Verhältnis (RCV)
Wird das RCV betrachtet, sollte das Ergebnis besonders niedrig sein.

Im oberen Teilchart ist das Chance-Risiko-Verhältnis für das Beispiel zu sehen.

Das Chance/Risiko Verhältnis zeigt an, was Sie an Gewinn erwarten können, wenn Sie einen Euro riskieren.
Ein CRV von 15 bedeutet, dass Sie 15 Euro Gewinn erwarten können, wenn Sie dafür 1 Euro riskieren.
Ein CRV von 6 bedeutet, dass Sie 6 Euro Gewinn erwarten können, wenn Sie dafür 1 Euro riskieren.
Mit steigendem CRV steigen die Chancen, langfristig mit einer Strategie zu gewinnen.
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Je größer das CRV, desto niedriger kann die Trefferquote (=profitable Trades in %) sein.
Bei einem CRV von 15 gleicht ein einziger Gewinn-Trade die Verluste aus 15 Verlust-Trades aus.
In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass viele Trader ihre Gewinne nicht durch das System verlieren, sondern durch typische Fehler im Umgang damit.
Einen konkreten Praxisfall und die häufigsten Ursachen habe ich hier detailliert erläutert:
Um die Verluste dieses Systems komplett auszugleichen, sind 16 Trades erforderlich:
Daraus lässt sich mit einem einfachen Dreisatz die mindestens für das System erforderliche Trefferquote ermitteln:
Mindest-Trefferquote = (100 % * 1 Gewinntrade) / 16 Trades insgesamt = 6,25 %
Um die Verluste dieses Systems komplett auszugleichen, sind 7 Trades erforderlich:
Daraus lässt sich mit einem einfachen Dreisatz die mindestens für das System erforderliche Trefferquote ermitteln:
Mindest-Trefferquote = (100 % * 1 Gewinntrade) / 7 Trades insgesamt = 14,29 %
Hohe CRV müssen auch erreichbar sein.
Dazu muss eine ausreichende Anzahl Trades tatsächlich über die Gewinnstops geschlossen werden.
Dazu analysiert man die Trades aus der Vergangenheit getrennt nach Long und Short.
Man

Ergebnis:
Es wurden bisher ausreichend Trades über die Gewinnstops geschlossen.
Ob das weiter der Fall ist, wird beim Monitoring des Handelssystems regelmäßig geprüft.
Reicht die Zahl der tatsächlichen Exits über die Gewinnstops nicht aus, müssen die Gewinnstops enger gesetzt werden.
Chance/Risiko-Verhältnis und die Mindest-Trefferquote werden danach neu berechnet.
Abschließend wird die Zahl der Ausstiege über die Gewinnstops wieder geprüft.
Das Chance-Risiko-Verhältnis spielt in meinen Handelssystemen nicht nur theoretisch eine Rolle, sondern wird an mehreren Stellen konkret berücksichtigt.
Bei einzelnen Trades fließt es - wie oben beschrieben- vor allem in die Stop-Einstellungen ein.
Gewinnstopps müssen deutlich weiter entfernt liegen als Verluststopps.
Das maximale Risiko eines einzelnen Trades soll also klar kleiner sein als die mögliche Chance.
Als Orientierung gilt dabei mindestens Faktor 1,5 — möglichst mehr.

Darüber hinaus spielt das Chance-Risiko-Verhältnis auch bei der Entscheidung eine Rolle, wann ein Handelssystem nach einer Pause oder Neuoptimierung wieder in den Markt genommen wird.
Grundlage dafür ist die Lage der Kapitalkurve innerhalb ihres Projektionstrendkanals.
Der Abstand zwischen dem aktuellen Stand der Kapitalkurve und der unteren Grenze des Projektionstrendkanals beschreibt dabei das mögliche Risiko.
Der Abstand zur oberen Kanalgrenze quantifiziert dagegen die mögliche Chance.
Ein Wiedereinstieg erfolgt nur dann, wenn die mögliche Chance deutlich größer ist als das mögliche Risiko.
Auch hier sollte das Verhältnis mindestens bei Faktor 1,5 liegen — möglichst darüber.

Zusätzlich muss das mögliche Risiko immer auch zur persönlichen Situation des Traders passen.
Wer ein Handelssystem handelt, muss jederzeit damit rechnen, dass der theoretisch mögliche Risikobetrag auch tatsächlich erreicht wird.
Dieser Betrag sollte deshalb immer so gewählt werden, dass er emotional und finanziell gut tragbar bleibt.