Erfolgt das Risikomanagement automatisch?
Nein – und das ist eine bewusste Entscheidung.
Das globale Risikomanagement meiner Handelssysteme besteht nicht darin, das Risiko für einzelne Trades zu steuern. Diese werden vom Handelssystem selbst nach festen Regeln eröffnet und geschlossen.
Das globale Risikomanagement steuert vielmehr, wann ein Handelssystem in Betrieb genommen werden sollte, wann es vorübergehend ausgesetzt werden sollte und wann gute Zeitpunkte für das Erhöhen oder Reduzieren der Positionsgrößen sind, falls der Trader das wünscht. Grundlage dafür ist die regelmäßige Bewertung der Kapitalkurve anhand der Projektionstrendkanäle. Die Entscheidungen erfolgen nach einem klar definierten Regelwerk.
Die Umsetzung dieser Regeln erfolgt bewusst durch den Trader.
Der Grund dafür ist nicht, dass sich dieses Regelwerk grundsätzlich nicht automatisieren ließe. Vielmehr soll die Verantwortung für die Überwachung der Handelssysteme bewusst beim Trader bleiben.
Das bietet mehrere Vorteile:
- Der Trader bleibt verantwortlich. Er kennt jederzeit den Zustand seiner Handelssysteme und entwickelt kein blindes Vertrauen in die Technik.
- Technische Probleme werden schneller erkannt. Wer seine Systeme regelmäßig überwacht, bemerkt Datenfeed-Probleme, Ausführungsfehler oder andere Unregelmäßigkeiten frühzeitig.
Außergewöhnliche Situationen können eingeordnet werden. Auch bei einem festen Regelwerk ist es sinnvoll, dass der Mensch die Gesamtsituation im Blick behält. - Das Risikomanagement bleibt transparent und nachvollziehbar. Der Trader versteht jederzeit, warum ein System gestartet, mit einer bestimmten Positionsgröße gehandelt, ausgesetzt oder wieder aktiviert wird.
Professionelles automatisiertes Trading bedeutet nicht, Verantwortung vollständig an die Software abzugeben. Es bedeutet, die Automatisierung dort einzusetzen, wo sie ihre Stärken ausspielt – und gleichzeitig die Kontrolle über das Risikomanagement bewusst beim Menschen zu belassen.
Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026 von Anke Sacharow.
