Kondratieff-Zyklus

Der russische Ökonom Nikolai Kondratieff (1892-1938) entwickelte die Theorie, dass es in kapitalistischen Systemen zyklisch zu Wirtschaftskrisen kommt.
Grund aller Krisen ist nach Ansicht von Kondratieff, dass in vorangegangenen Boom-Zeiten exzessiv Kredite an Firmen vergeben werden, die besonders vom Boom profitieren.
Schwächt der Boom sich später ab, können die Kreditnehmer ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen und gehen bankrott. Die Pleitewelle der Firmen führt zu nachlassendem Wirtschaftswachtum und zum Anstieg der Arbeitslosigkeit.

 

Analysiert man die vergangenen Krisen, so scheint der von Kondratieff festgestellte Zusammenhang auch heute nicht von der Hand zu weisen. Forderungsausfälle im großen Stil und spektakuläre Firmenpleiten in der Folge waren auch Kennzeichen der Technologie-Blase und der Subprime-Krise.

 

Regeln der Kondratieff-Zyklen

Kondratieff stellte die Dauer eines ökonomischen Zyklus mit 54 Jahren fest. Innerhalb des Zyklus treten Unterzyklen auf, die wie folgt gekennzeichnet sind: 

  • Paniken treten regelmäßig im Abstand von 16-18-20 Jahren auf.
  • Gute Börsenjahre treten regelmäßig im Abstand von 8-9-10 Jahren auf.
  • Schlechte Börsenjahre treten regelmäßig im Abstand von 9-7-11 Jahren auf.

 

Am Ende guter Börsenjahre sind die Wertpapierkurse besonders hoch. Deshalb sollte dann verkauft werden.
In schlechten Börsenjahren sind die Preise niedrig. Schlechte Börsenjahre gute Kaufzeitpunkte für Wertpapiere, die mittelfristig (i.e. bis zum Ende der nächsten guten Börsenjahre) gehalten werden sollen.

Für die kommenden Börsenjahre sagt die Kondratieff-Regel folgende Kondratieff-Zyklen voraus:

 

Kondratieff-Zyklen ab 2011 bis 2073

 

Gegenprüfen lässt sich die Aussagekraft der Kondratieff-Zyklen wie üblich auf Basis der Signale der Vergangenheit.
Für die Jahre vor 2011 prophezeite das russische Orakel:

Kondratieff-Zyklen vor 2011

 

Anomalie in der Zyklus-Berechnung

Es ist schon erstaunlich, wie häufig Kondratieff in den Jahren nach seinem Tod mit seiner Einschätzung richtig gelegen hätte.
In Bezug auf den Start des Technologie-Crashs hätte er sich aber wohl vertan - dieser begann schließlich erst im Jahr 2000 und nicht wie prophezeit im Jahr 1999 !

Aber liegt hier wirklich ein Fehler vor ?

Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass das Jahr 1999 eines der Kalenderjahre ist, für das der Kondratieff-Zyklus-Indikator sowohl ein gutes Börsenjahr als auch eine Börsenpanik ausweist.
Diese Anomalie tritt sehr selten auf - nämlich exakt alle 54 Jahre zu Beginn eines jeden neuen ökonomischen Zyklus.
Tritt die Anomalie auf, verschiebt sich der Beginn der Panik nach Kondratieff um 1 Jahr nach hinten - auf das Jahr 2000.
Das nächste Mal "blüht" sie uns in 42 Jahren im Jahr 2053.
Wenn alles gut geht, sind wir Investoxler dann seit 2050 gut in Aktien investiert, welche zum Jahresende in 2053 verkaufen werden.

Kondratieff-Zyklus-Indikator für Investox

Den Investox-Indikator für die Berechnung der Kondratieff - Zyklen stellen wir unseren Lesern wie üblich für eigene Tests zum Download bereit.

Der Kondratieff-Zyklus Indikator nimmt folgende Werte an:

 

  • 5 = Anomalie-Jahr = gleichzeitig gutes Börsenjahr und Panik = Panik beginnt im Folgejahr
  • 3 = Panik-Jahr
  • 2 = gutes Börsenjahr
  • 1 = schlechtes Börsenjahr

 

 

Download gegen Mailadresse

Investox Indikator :: Kondratieff Zyklen

abstand

Kondratieff.Inn (3 KB)