Wer ist Ascunia?

Anke Sacharow

 

 

 

1. So hat alles angefangen...

Schon als Kind hatte ich eine Vorliebe für alles was mit Zahlen, Logik und Geld zusammenhängt.

Eine meiner liebsten Tätigkeiten bestand damals darin, so lange vor mich hin zu zählen, bis ich nicht mehr weiter wußte oder es mir langweilig wurde.

Später war ich in der Schule gut in Mathematik.
Ich löste die gestellten Aufgaben meist schnell, stellte die Lösungen meinen Freunden zur Verfügung und den Rest der Mathestunde über lasen wir alle die BRAVO.

Ab dem Jahr 1983 bekam ich durch einen Kontakt meiner Eltern den ersten Privatunterricht im Programmieren bei einem Universitätsprofessor.
Ich lernte in PASCAL und BASIC zu programmieren.
In besonderer Erinnerung ist mir aus dieser Zeit geblieben, dass der Rechner riesig war. Deshalb war er in einem extra Raum etwas abseits untergestellt, in dem es sehr laut und warm war. Damals programmierten wir viel Schleifen, Quersummen, Zahlenfolgen und Gleitende Durchschnitte.
Gefallen hat mir beim Programmieren schon immer die Logik, die einer guten Programmierung innewohnt.
 Wenn ... dann ... sonst - tritt Fall 1 oder Fall 2 oder Fall 3 ein - dann - das schien mir ein gut geeigneter "Fahrplan" dafür zu sein, um etwas Ordnung und Methodik in die eine oder andere konfuse Situation zu bringen.


2. Meine berufliche Laufbahn in der Bank ...

Nach dem Abitur wusste ich nicht, was ich studieren wollte. Vielleicht Medizin - oder doch lieber BWL oder Jura?

So richtig Lust auf ein Studium hatte ich ehrlich gesagt auch gar nicht.
Lieber wollte ich erstmal Geld verdienen, auf eigenen Füßen stehen, eine eigene Wohnung haben, reisen…

Bankkauffrau war damals ein hoch angesehener, gut bezahlter und scheinbar ziemlich krisenfester Beruf.
Und vor allem waren von Beginn an schon die Azubi-Bezüge deutlich höher als das Bafög und mussten nicht zurückgezahlt werden.

Während meiner Bankausbildung durchlief ich verschiedene Abteilungen in der Bank. Zahlungsverkehr, Kontoführung, Kasse, Controlling -das damals noch Revision hieß. Vieles war ziemlich wichtig und ziemlich trocken.

Aber die wirklich "coolen" Teams saßen im Devisenhandel und in der EDV.
Das waren die Leute, denen die großen Bosse "Spielwiesen einrichteten" die gut verdienten, ihr eigenes Ding durchzogen und ohne die in der ganzen Bank scheinbar rein gar nichts ging.

Nach der Berufsausbildung tingelte ich zwischen verschiedenen Standorten der WestLB in Düsseldorf, Hamburg und Berlin.
Ich verdiente gut, hatte längst eine eigene Wohnung, ein Auto, reiste mit meinen Freunden um die Welt - aber dennoch: irgendwie hatte ich immer zu wenig Geld - vor allem am Monatsende.

Da kam es mir wie gerufen, dass mein Arbeitgeber Verstärkung für die neu gegründete Niederlassung in Moskau suchte.
Nicht dass ich irgendeinen Bezug zu Moskau gehabt hätte - aber ich wanderte erstmal 4 Gehaltsklassen nach oben und außerdem gab es oben drauf noch Auslöse.

Weil damals nach Moskau kaum jemand wollte, war die Auslöse besonders hoch.
Das ganze wurde dann noch mit 2 vom Arbeitgeber bezahlten Heimfügen plus verlängertem Wochenende garniert - nee... Ende der 90-ziger Jahre nicht pro Jahr- sondern pro Monat.

Die Bonus-Meilen konnte man auch noch ganz legal selbst behalten. Mittagessen und Getränke gab es täglich gratis in der Bank und eine schöne, möblierte Unterkunft wurde mir auch bezahlt.

Für mich also der perfekte Job, um mich finanziell endlich etwas zu sanieren.

In Moskau hatte ich einen sehr intelligenten und kompetenten Chef, von dem ich viel gelernt habe.
Die Kosten der Niederlassung waren hoch und wir brauchten dringend mehr Erträge.
Meine Aufgabe war es, für meine Abteilung neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und damit ordentlich Geld in die Kasse zu bringen.

Ich machte einen guten Job und alle waren zufrieden.

Dann kam die Russland-Krise und alle gerieten in Panik.

Ich nahm plötzlich an Krisensitzungen und Umschuldungs-Verhandlungen teil. Eingeprägt haben sich mir aus dieser Zeit vor allem folgende beiden Dinge: 

  • Absprachen zwischen Banken galten plötzlich nichts mehr.
  • Banken konnten sehr kreativ werden, wenn es darum ging, ihre eigenen Russland-Verluste ihren Kunden unterzuschieben. Beliebt war vor allem die Fonds-Lösung.

Mit der Russland-Krise endete mein Auslands-Einsatz.

Man wollte und konnte dort kaum noch Geschäfte machen und brauchte deshalb weniger Personal vor Ort.

 


3. So begann ich an der Börse zu handeln...

Ich war also Ende 20, hatte nicht studiert und war an einen gehobenen Lebensstandard gewöhnt.

Um weiter im Bankwesen Karriere zu machen, würde ich ein Diplom brauchen.
Natürlich könnte ich jetzt studieren – aber ich müsste mich während des Studiums wieder finanziell einschränken.

Dazu hatte ich absolut keine Lust.

Außerdem hatte ich gerade noch die Taschen voller Geld - meinte ich zumindest.

Rückblickend betrachtet hatte ich gar nichts.

Mit diesem "Gar nichts" fing ich aber an das zu tun, was damals alle machten: Ich spekulierte am Neuen Markt.

Ahnung hatte ich nicht - aber mein Stern leuchtete.

Morgens RTV Family zum Kurs von 20 gekauft. Am nächsten Tag mittags stand sie bei 43.
Ich zockte: Fantastic Corporation, Comroad von Bodo Schnabel, EM-TV der Haffa-Brüder , Gigabell vom Schlagersänger Daniel David, Oti on Track Innovation, Gerhard Schmid´s Mobilcom  - ich hatte sie alle und verdiente prächtig.

Meine Tips holte ich mir bei Wallstreet Online - gern von dort in der Community anerkannten Spezialisten wie NoggerT & Co.

Natürlich war ich längst in Morphosys, als Bernd Förtsch vom Aktionär sein Kursziel "Dausend" für die Aktie ausgab und die danach abging wie eine Rakete. 

Es war so einfach und es war so egal, was ich kaufte.
Nur Neuemissionen waren schwierig zu ergattern – waren leider immer überzeichnet.

Es hätte alles nicht besser laufen können für mich und trotzdem - irgendwie bekam ich Anfang 2000 ein komisches Gefühl.

Wahrscheinlich fruchtete in meinem Unterbewusstsein nun doch endlich all das, was ich in der Bank über den Zusammenhang von Rendite und Risiko gelernt hatte.

Lange Rede kurzer Sinn- jedenfalls bekam ich Manschetten und mir wurde klar, dass ich eigentlich Nullkommanix von dem verstehe, womit ich mein Geld verdiene.

Ich würde mir eine Auszeit nehmen, um alles etwas besser zu begreifen und dann viel systematischer und noch erfolgreicher an den Weltbörsen zu agieren.

Es war pures Glück, dass mir diese Idee vor dem März 2000 kam.


4. Deshalb gibt es Ascunia ....

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase stand ich wie alle unter Schock.

Mit jedem neuen Skandal, sank auch mein Vertrauen in die Börse.

Ich hatte begonnen mich intensiv mit der Fundamentalanalyse zu beschäftigen.
Aber nun gab es fast täglich Meldungen zu gefälschten Geschäftszahlen, Ad Hoc Meldungen und Unternehmensergebnissen.

Die Kurse waren damals scheinbar das Einzige, worauf man sich an der Börse noch verlassen konnte.
Deshalb wechselte ich zur technischen Wertpapieranalyse.

Ich begann mit der Software Investox Handelssysteme zu entwickeln und auf ihre Profitabilität und das Risiko in der Vergangenheit zu testen.
Damals war Investox in der Version 2 gerade brandneu und es gab noch kein einziges Zusatzmodul.
Es war gut, dass ich schon ein wenig programmieren konnte.

Schwer en vogue waren damals Neuronale Netze als Signalgeber für Handelssysteme. Zu den neuronalen Netzen hatte ich aber nicht so den Zugang, weil das im Grunde ja Black Boxes sind.

Ich wollte lieber ganz genau wissen,

  • warum
  • wann
  • welche

Kauf- oder Verkaufsignale entstehen.

Insgesamt war ich zu dieser Zeit noch sehr weit davon entfernt, ein funktionierendes Handelssystem entwickeln zu können.

Ich las aber alles, was an Literatur zum Thema verfügbar war.
Die Werke von Wilhelm Pastre, Tushar Chande, Perry Kaufmann, John Bollinger, Dr. Alexander Elder, John Ehlers, Jesse Livermoore, Linda Raschke – und noch so viel mehr.
Tausende Ideen testete ich mit Investox. Ich erzielte Teilerfolge – aber alles blieb immer irgendwie anfällig und funktionierte höchstens für kurze Zeit im realen Markt.  
Als ich die Bücher von Steve Nison und Greg Morris las, probierte ich die Candlestick-Analyse aus, wie schon unzählige andere Techniken davor.

Die Candlestick-Analyse scheint einfach, ist aber sehr aufwändig umzusetzen.
Candlestick-Muster funktionieren immer nur im Kontext mit anderen Chartsignalen.
Das exakt gleiche Muster kann einmal ein exzellenter Signalgeber sein und ein anderes Mal in anderen Marktumfeld überhaupt keine Aussagekraft haben.
Das musste ich bei der Programmierung berücksichtigen.

Entstanden ist daraus mein Candlestick Plugin für Investox. Mit Hilfe der 225 Indikatoren aus diesem Plugin entwickelte ich erstmals wirklich robuste mechanische Handelssysteme, mit denen ich endlich auch wieder Geld an der Börse verdienen konnte.


Und zwar nun nicht mehr konfus und zufällig, sondern ganz systematisch und mit kalkuliertem und vor allem begrenzten Risiko.

Ich verdiente aber bei weitem noch nicht genug Geld, um vom Eigenhandel zu leben.

Gewinne aus dem Trading sind zudem nicht zeitlich planbar.
Die Rechnungen müssen aber monatlich bezahlt werden.

 

 

Ich musste also unabhängig vom Trading zusätzliches Einkommen erzielen.

Auf Dauer ist das Entwickeln, Traden und Monitoren von Handelssystemen außerdem auch eine ziemlich einsame Angelegenheit - also nichts für eher kommunikative Charaktere wie mich.

Ich wollte einfach wieder mehr direkten beruflichen Kontakt, Austausch und persönliche Kommunikation mit anderen Menschen, die mein Interesse für die Börse teilen.

Deshalb habe ich im Jahr 2003 meine Firma Ascunia gegründet.
Im Firmennamen stehen die ersten beiden Buchstaben für meine Initialien.
Den Rest steuerte der lateinische Begriff  "pecunia" bei . Das  bedeutet Geld, Vermögen und auch Eigentum.

Dank vieler treuer und neuer Kunden besteht Ascunia bis heute.

Mit gleichem Elan, Enthusiasmus und Vergnügen wie am ersten Tag (nur inzwischen mit etwas mehr Erfahrung und deutlich Krisen-erprobter) - möchte ich auch in Zukunft mit meinen Kunden genau das machen, was uns allen am meisten Spaß macht und was wir am besten können: