Warum die richtige Orderart im Forex entscheidend ist...

Wussten Sie eigentlich, dass Forex-Handelssysteme oft mit der falschen Orderart getestet werden?

In solchen Fällen haben die Backtests kaum Aussagekraft.

Und ist es nicht auch so, dass gerade gute Backtest Ergebnisse oder historische Live Trades der Grund dafür sind, dass Sie sich überhaupt für ein ganz bestimmtes System interessieren?

Prüfen Sie deshalb bei allen Angeboten für Forex-Handelssysteme oder Handelssignale, daß Sie frei von den beiden häufigsten Fehlern sind, die bei der Entwicklung gemacht werden.

Fehler 1 :: An den Testdaten kann nicht gehandelt werden.

Die erste Fehler ist, dass die Strategien an Kursdaten getestet werden, an denen später nicht gehandelt wird.

Das könnten Kursdaten eines anderen Forex-Brokers sein - oder auch historische Kurse eines reinen Datenanbieters.

Warum kann das problematisch sein?

Weltweit ist der Devisenhandel dezentral organisiert.

Das bedeutet, dass es keine übergeordnete Börse gibt, die „offiziell gültige“ Devisenkurse feststellt.

 

Devisenhandel :: Forex :: dezentral

 

Marktteilnehmer im Forex sind z.B. Banken, HedeFonds, Broker , Market Maker und auch Private Trader.
Sie handeln Devisen untereinander und stehen miteinander in einem starken Wettbewerb.
Erst daraus entstehen die Prozesse der Preisbildung im Forex.

Angebot und Nachfrage unterscheiden sich deutlich zwischen den verschiedenen Marktteilnehmern.

Das wiederum führt dazu, dass auch die Forex-Kurse zwischen diesen Marktteilnehmern voneinander abweichen.

 

Forex :: Handel dezentralisiert

Die Abweichungen können so groß sein, dass an den Kursdaten eines Brokers durchgeführte Systemtests kaum noch Aussagekraft für den Handel des Systems über andere Broker haben.

Kann man etwas dagegen tun?

Die Antwort lautet zum Glück „Ja“.

Soll ein Forex-System über verschiedene Broker handelbar sein, dann sollte man:

  • das System an Kursdaten aus verschiedenen Quellen testen
  • das System so designen, dass Anpassungen und Optimierungen möglich sind.
  • absichern daß das System auch profitabel bleibt, wenn real deutlich höhere Kosten anfallen
  • von Beginn an die passende Orderart wählen

Forex Trading :: verschiedene Broker

Die ersten 3 Punkte sind selbsterklärend -

aber was ist die passende

Im Forex ist es wie überall:

Zum Ask-Kurs wird gekauft und zum Bid-Kurs wird verkauft.

Der Verkaufskurs - Bid-liegt einige Pips unter dem Kaufkus- Ask.

Die Differenz zwischen Bid und Aks ist der Spread.

 

Bid :: Ask :: Spread :: Briefkurs :: Geldkurs

 

Wenn ich mit einer Limit Order zum Ask-Kurs kaufen möchte, dann kann es sein, dass mein Ask-Limit für den Kauf bei Broker 1 erreicht bzw. unterschritten wird- nicht aber bei Broker 2.

Das führt dazu, dass in der Praxis nur bei Broker A tatsächlich eine Handelsposition eröffnet wird.

 

Bid/Ask :: Limit Order

 

Natürlich wird für Käufe, die nach Eröffnung in den Verlust laufen das Limit über kurz oder lang immer bei beiden Brokern ausgelöst.

Nicht ausgeführt werden aber oft die hohen Gewinntrades- bei denen das Limit nur kurz gerissen wird, bevor der Kurs wieder in die gewünschte Richtung dreht.

Dadurch entsteht ein ärgerlicher Auseinanderfall zwischen dem sehr gutem Backtest und dem schlechten Realverhalten beim Handel des Systems über Broker 2.

 

Forex Limit Order Stop Order Backtest

 

Das Prinzip wirkt übrigens ganz identisch für Stop-Buy und Stop-Sell Order.

Bekannt ist das Verhalten unter dem Namen „Phantom Fills“

 

Falsche Orderarten im Forex werden übrigens durchaus oft auch von sonst sehr erfahrenen Systementwicklern gewählt.

Häufig passiert das sogar, weil jemand es ganz genau machen möchte

Dann wird an Bid/ASK-Kursen entwickelt, um bessere Ein- und Ausstiege und geringe Drawdowns zu für das System zu erhalten.

Das Ziel bei der Entwicklung erfolgreicher Handelssysteme sind aber nicht besonders gute Backtests, sondern eine möglichst gute Übereinstimmung zwischen Backtest und Realverhalten.

 

Unproblematisch ist das bei Tests an Bid/Ask-Daten und mit Limit und Stop Order aber nur, wenn später im Realhandel konsistente Kursdaten zur Verfügung stehen.

Das ist maximal beim Handel des Systems über den gleichen Broker der Fall.

Und selbst dann ist es oft weder üblich noch selbstverständlich.

 

Exakt aus diesem Grund ordern meine Forex-Systeme ausschließlich „Market“.

Nur so kann ich abgesichern, dass zwischen den Handelssignalen aus dem System und der möglichen Umsetzung über ganz verschiedene Forex-Broker Übereinstimmung besteht.

Diese Übereinstimmung ist Voraussetzung für aussagekräftige Backtests.

 

Forex ::  Market Order

 

Unterschiede wird es natürlich trotzdem bei den Ausführungskursen geben.

In Abhängigkeit vom Spread und von der Liquidität des jeweiligen Brokers kann das System real besser oder schlechter performen als im Backtest.

 

Eine bessere Performance ist nie ein Problem.

 

Eine schlechtere Performance fängt man ab, wenn man Systeme so entwickelt, dass sie auch bei deutlicher Erhöhung der Transaktionskosten sicher profitabel bleiben.

Ich teste in meinen Systemen deshalb die Transaktionskosten mindestens 5-fache höher als normal – meist auch noch mehr.

 

Außerdem sollte man in der Zeitebene nicht zu weit nach unten gehen, wenn ein System über verschiedene Broker handelbar sein soll.

Je kleiner die Zeitebene, desto mehr Trades werden ja meist auch gemacht und desto größer ist der Einfluss der Transaktionskosten auf die Performance.

 

Forex :: Systemtests :: Robustheit

 

Market-Order können durchaus zu schlechteren Ausführungskursen als Limit und Stop Order führen. Das ist aber akzeptabel und auch nicht wirklich von Bedeutung, wenn angemessene Hebel gehandelt werden.

Der große Vorteil der Market Order besteht darin, dass damit die getesteten Ergebnisse den realen Fills bei ganz verschiedenen Brokern am besten entsprechen.

Behalten Sie das im Hinterkopf und schauen Sie immer auch darauf, mit welcher Orderart und über welchen Broker das Forex-System handelt, für das Sie sich interessieren.


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