Formel zur Berechnung eines Standard GD

Gleitende Durchschnitte zur Trendbestimmung

 

Gleitende Durchschnitte (GD, Moving Average) gehören zu den bekanntesten Indikatoren der technischen Wertpapieranalyse.

GD´s glätten Wertpapierkurse, damit sie ruhiger verlaufen und Trends leichter erkennbar sind.

Gleitende Durchschnitte sind einfach zu berechnen.

Außer den Standard-GD sind gewichtete und exponentielle gleitende Durchschnitte beliebt.
Bei gewichteten Gleitenden Durchschnitten ist die Bedeutung der letzten Kurse größer, als die der ersten Kurse.
Exponentielle Gleitende Durchschnitte berücksichtigen die gesamte Kursdatenreihe.

 

Standard GD, gewichteter GD und exponentieller GD im FDAX


 

Zeitebenen für das Trading mit Gleitenden Durchschnitten


Gleitende Durchschnitte können auf allen Zeitebenen eingesetzt werden.
Die Periodenanzahl des verwendeten Durchschnittes sollte zum Anlagehorizont passen.
Folgende Einstellungen sind für die GD-Längen beliebt:

  • kurzfristiges Trading :: Gleitende Durchschnitte bis 25 Perioden
  • mittelfristiges Trading :: Gleitende Durchschnitte bis 150 Perioden
  • langfristiges Trading :: Gleitende Durchschnitte ab 200 Perioden

 

Nachteile Gleitender Durchschnitte

Viele Gleitende Durchschnitte bilden das Marktverhalten verzögert ab. Ein kurzer Trend kann dadurch schon wieder zu Ende sein, wenn der GD ihn gerade erst anzeigt.

Standard GD und gewichtete Gleitende Durchschnitte geben in Seitwärtsmärkten oft Fehlsignale aus.

Exponentielle Gleitende Durchschnitte benötigen eine relativ lange "Einschwing-Zeit", bis sie stimmige Indikatorwerte anzeigen.

 

Mit modifizierten Formeln für Gleitende Durchschnitte versuchen viele Charttechniker, die bekannten GD-Nachteile zu neutralisieren:

 

Handelsregeln mit Gleitenden Durchschnitten bestimmen


Es gibt viele Möglichkeiten, mit Gleitenden Durchschnitten zu traden. 
Sehr beliebt sind Handelssignale aus

  • der Lage des Kurses zum Gleitenden Durchschnitt 
  • dem Verlauf von Gleitenden Durchschnitten
  • der Lage verschiedener Gleitender Durschschnitte zueinander
  • der Differenz Gleitender Durschschnitte mit verschiedenen Perioden-Einstellungen (MACD-Indikator).
Animation 1 :: Signale aus der Lage des Kurses zum GD
Animation 2 :: Signale aus der Überkreuzung von 2 GD

 

  • Trendbestimmung aus der Lage des Kurses zum Gleitenden Durchschnitt

Liegt der Kurs über seinem gleitenden Durchschnitt, liegt ein Aufwärtstrend vor.
Notiert der Kurs unter seinem GD,  befindet sich das Wertpapier im Abwärtstrend.

Im Aufwärtstrend wird der GD zur Unterstützung für den Kurs.
Im Abwärtstrend stellt der GD für den Kurs einen charttechnischen Widerstand dar.

Trendbestätigend wirken

  • im Aufwärtstrend:
    der Rückfall der Kurse bis auf die GD-Unterstützung, ohne sie nachhaltig zu unterschreiten
  • im Abwärtstrend
    der Anstieg der Kurse bis zum GD-Widerstand,  ohne ihn nachhaltig zu überschreiten

 

Wenn sich die aktuellen Wertpapierkurse sehr weit von ihren GD entfernt haben, wird eine Korrektur dieser Situation wahrscheinlich.
Entweder folgt eine starke Kursbewegung und die Kurse nähern sich dem GD wieder an.
Oder es folgt eine längere Seitwärtskonsolidierung und der GD nähert sich den Kursen wieder an.

 

  • Trendbestimmung auf Basis der Verlaufs-Richtung von Gleitenden Durchschnitten

Steigende GD´s zeigen Aufwärtstrends an.
Fallende Gleitende Durchschnitte zeigen Abwärtstrends an.
Verläuft der GD seitwärts, befindet sich der Markt in einer Konsolidierung.
In Seitwärts-Phasen sollten Schnittpunkte des Kurses mit seinem GD nicht gehandelt werden.
Sie erfolgen dann zu häufig und sind nur wenig zuverlässig.
Man läuft Gefahr, durch viele kleinere Verluste die Gewinne aus den Trendphasen wieder zu verlieren.

 

  • Handelssignale aus der Überkreuzung Gleitender Durchschnitte

Handelssignale ergeben sich auch aus Überkreuzungen von Gleitenden Durchschnitten unterschiedlicher Längen.
Kreuzt ein kurzer Gleitender Durchschnitt einen längeren GD von unten nach oben, entsteht ein Buy-Signal.
Kreuzt kurzer GD einen langen GD von oben nach unten, entsteht ein Sell-Signal.
Richtungsänderungen des kurzen GD sind erste Anzeichen für mögliche Trendwenden.
In intakten Aufwärtstrends liegt der kurze GD immer über dem langen GD.
Im intakten Abwärtstrends liegt der lange GD immer über dem kurzen Gleitenden Durchschnitt.

Gleitende Durschschnitte in Candlestick Charts

Wenn Gleitende Durschschnitte in Candlestick Charts eingesetzt werden sollen,  muss zunächst ein GD mit einer Periodeneinstellung gewählt werden, der gut an den Kursverlauf des Wertpapiers anpasst.

 

In Aufwärtsbewegungen passt der Gleitende Durchschnitt, wenn die Tiefs möglichst vieler Kerzen direkt auf dem GD oder möglichst nahe am GD liegen.

GD im Candlestick Chart :: Aufwärtstrend

In Abwärtsbewegungen ist der Gleitende Durchschnitt passend, bei dem möglichst viele Kerzenhochs direkt auf dem GD oder möglichst nahe am Gleitenden Durchschnitt liegen.

GD im Candlestick Chart :: Abwärtstrend

 

Geeignete Einstellungen für die Gleitenden Durchschnitte lassen sich z.B. leicht mit dem Computer herausfinden.

Stehen passende Einstellungen fest, wird mit Hilfe der Gleitenden Durchschnitte bestimmt, ob sich das Wertpapier in der für die Candlestick-Muster erforderlichen Trendphase befindet.
Nur wenn das der Fall ist, sind die Muster gültig und können gehandelt werden.

Animation 3 :: Evening Star Candlestick und GD

 

Das Muster "Evening Star" besteht aus 3 Kerzen und tritt als bärisches Umkehrmuster im Aufwärtstrend auf.
Mit  gleitenden Durchschnitten wird untersucht ob :

 

  • die Schlusskurse des Wertpapiers in den Perioden vor Auftreten des Evening Stars oberhalb des gleitenden Durchschnittes lagen
  • der gleitende Durchschnitt steigt

 

Ist das der Fall, liegt ein Aufwärtstrend vor und der Evening Star ist als bärisches Umkehrmuster am Ende des Aufwärtstrends gültig.

Die Aussagekraft von Candlestick-Formationen wird erhöht, wenn weitere Signale im Chart, die die Aussage der Muster untermauern.
Zusätzliche Verkaufssignale aus der Charttechnik sind nicht nötig, damit der Evening Star gültig ist, weil diese Umkehr-Formation ohne Bestätigung gültig ist.
Wenn aber zusätzliche Signale auftreten, hat der Evening Star eine größere Bedeutung und die Wahrscheinlichkeit für fallende Kurse ist höher als ohne zusätzliche Signale.