Beliebte und aussagekräftige Candlestick Formationen
Candlestick Formationen können aus einer oder aus mehreren Kerzen bestehen.
Die Aussagekraft der Formation steigt mit der Anzahl Kerzen, die die Formation bilden.
Die meisten Candlestick-Formationen sind Umkehrmuster.
Umkehrmuster treten am Ende etablierter Trends auf und zeigen als frühe antizyklisches Signale einen möglichen Trendwechsel an.
Candlestick Formationen sind immer nur dann gültig und aussagekräftig, wenn sie im Chart im richtigen Kontext auftreten. Eine bullische Umkehr-Formation in einem etablierten Aufwärtstrend ist immer bedeutungslos. Eine bullische Umkehrformation, die in einem etablierten Abwärtstrend auftritt, kann hingegen ein sehr gutes und aussssagekräftiges frühes Handelssignal sein.
Ein kleiner Tip an dieser Stelle für Systementwickler:
Beim Einsatz von Candlestick-Umkehrpattern in Handelsregeln muss immer der gegenläufige Trend abgefragt werden. Für ein gültiges Enter Long auf Basis eines Engulfing-Bullish Patterns, ist der Abwärtstrend auzufragen, weil das nur in Abwärtstrends gültig ist.
Candlestick-Formationen liefern keine verwertbaren Handelssignale, wenn sie nicht in Kombination mit anderen Indikatoren eingesetzt werden.
Warum ich Candlestick-Formationen gerne in Handelsregeln einsetze
Candlestick-Pattern haben einen großen Vorteil für die Entwicklung robuster Handelssysteme:
Es gibt keine einstellbaren Parameter.
Das Handelssystem wird dadurch stabiler und weniger anfällig für Curve Fitting.
Während viele technische Indikatoren stark über Parameter an historische Kurse angepasst werden können, beschreiben Candlestick-Muster zunächst einmal konkrete Marktbewegungen und Verhaltensmuster der Marktteilnehmer.
Wichtig ist aber: Ein Candlestick-Formationen ist allein noch kein vollständiges Handelssignal.
Das gleiche Muster kann in einer Marktsituation aussagekräftig sein und in einer anderen praktisch keine Bedeutung haben.
Entscheidend ist immer, an welcher Stelle der Kursdatenreihe das Pattern auftritt.

Die meisten Candlestick-Pattern sind Umkehrmuster.
Sie entstehen am Ende etablierter Trends und können dort ein frühes Signal für einen Trendwechsel geben.
Eine bullische Candlestick-Formation ist nur aussagekräftig, wenn sie am Ende eines etablierten Abwärtstrends auftritt.
Der Trendfilter-Indikator muss also noch einen Abwärtstrend anzeigen.
Erst durch die Kombination der Aussagen von Pattern und Filter-Indikator entsteht das Handelssignal.
Candlestick-Formationen aus 1-2 Kerzen benötigen nach ihrem Erscheinen oft noch eine zusätzliche Bestätigung.
Je mehr Einzelkerzen ein bestimmtes Candlestick-Pattern bilden, desto aussagekräftiger ist das Muster.
Candlestick-Formationen funktionieren als Signalgeber nur auf der getesteten Zeitebene und nur für das getestete Wertpapier.
Bei verschiedenen Wertpapieren treten am Ende von Trends nicht zwangsläufig gleiche Candlestick-Muster auf.
Ein Pattern, das für ein Wertpapier regelmäßig gute Trendumkehr-Signale liefert, kann für ein anderes Wertpapier nahezu bedeutungslos sein.
Für Portfolio-Handelssysteme sind Candlestick-Formationen deshalb als Signalgeber ungeeignet. Das Verhalten der einzelnen Wertpapiere eines Portfolios an den Umkehrpunkten im Chart ist zu individuell.
Auch die gewählte Komprimierung spielt eine Rolle. Ein Muster, das im 30-Minuten-Chart als gutes Umkehrsignal auftritt, kann sich im 60-Minuten-Chart bereits zu einem anderen Pattern weiterentwickelt haben.
Aus einem Piercing-Pattern im 30-Minuten-Chart kann im 60-Minuten-Chart beispielsweise ein Engulfing-Pattern werden.
Es ist deshalb kein Zeichen von Instabilität, wenn die Ergebnisse von Candlestick-Handelssystemen bei Änderung der Komprimierung des Systens stark variieren.
Candlestick-Formationen eignen sich deshalb besonders gut für Handelssysteme, die gezielt für ein bestimmtes Wertpapier und eine fest definierte Komprimierung entwickelt werden.

Entscheidend ist außerdem, dass bereits bei der Entwicklung des Handelssystems sorgfältig geprüft wird, welche Candlestick-Formationen für das Wertpapier in Kombination mit dem gewählten Filter-Indikator überhaupt relevant sind.
Es sollten nur Pattern Bestandteil der Handelsregeln werden, die in der Historie ausreichend oft auftreten. Einzelne Zufallstreffer reichen hierfür nicht aus.
Als grobe Mindestgröße für statistische Relevanz kann man 30 historische Ereignisse ansetzen. Für wirklich stabile Handelssysteme reicht das nicht.
Bei mir qualifiziert sich eine Pattern/Filter-Kombination nur für weitere Systemtests, wenn sie in den historischen Kursdaten mindestens 300 Mal vorkommt.
Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Handelsregeln nicht nur zufällig in der Vergangenheit funktioniert haben, sondern auch unter zukünftigen Marktbedingungen belastbar bleiben.
































































