Chartmill Value Indikator

Anfang 2013 war der Chartmill Value Indikator Gegenstand einer 3-teiligen Artikelserie im Stocks & Commodities Magazine.
Dirk Vandycke stellte den Oszillator vor und publizierte diverse Beispiele für seinen profitablen Einsatz.

Aufgrund der Einfachheit des Indikators war ich erstaunt, dass ihm so viel Platz in 3 aufeinander folgenden Ausgaben des S&C-Magazine gewidmet wurde.

Andererseits kenne und liebe ich KISS-Ansätze.
Ich beschloss deshalb, mir den CVI und seine Signalgebung näher anzuschauen:

 

Herzstück der Programmierung des Chartmill Value Indikators sind zwei einfache Standard Gleitende Durchschnitte - einmal berechnet auf die halbe Handelsspanne (High+Low)/2, das andere Mal auf die True Range.

Die True Range ist vielen Lesern sicher als Bestandteil des beliebten ATR-Indikators nach Welles Wilder bekannt. Sie ist die einfache Differenz aus True High (= der jeweils höhere der folgenden beiden Werte: Close-Kurse der Vorkerze, High der aktuellen Kerze) und True Low (= der jeweils kleinere der folgenden beiden Werte: Close-Kurse der Vorkerze, Low der aktuellen Kerze).

Den Chartmill-Value Indikator erhält man, indem man die Differenz aus Close-Kurse der aktuellen Kerze und  Handelsspannen-GD durch den True Range-GD teilt.

 

Investox Code des Chartmill Value Indikators

 

Das Resultat dieser simplen Normalisierung der Schlusskurse ist ein Indikator, der

  • um den Wert "0" oszilliert
  • Signalbereiche zwischen +4 und -4 und
  • Extrembereiche zwischen +8 und -8 ausbildet.

 

Chartmill Value Indikator mit Signalzonen

 

Der Chartmill Value Indikator enthält als einstellbaren Parameter nur die Periodenlänge der Gleitenden Durchschnitte.

Im praktischen Einsatz können zusätzlich die Werte für die Signal- und Extrembereiche variiert werden.

 

Als erste Einsatzmöglichkeit für den CVI wird die einfache Trendbestimmung benannt:

  • Der Beginn eines Uptrends wird angenommen, wenn der CVI seinen positiven Signalbereich (Standard = +4) nach oben kreuzt.
  • Der Beginn eines Downtrends wird angenommen, wenn der CVI seinen negativen Signalbereich (Standard=-4) nach unten kreuzt.
  • Die jeweils letzte Trendrichtung bleibt bestehen, bis ein neues Signal für den Beginn eines Gegentrends auftritt.

 

In der Investox-Formelsprache lassen sich diese Trendregeln mit Hilfe des Indikators "Schalter" wie folgt leicht programmieren:

 

 

Verpackt in eine Farbstudie schaut die Trendbestimmung gar nicht so schlecht aus. Für den Dax-Future auf täglicher Basis werden zumindest die ausgeprägteren Up- und Downtrends relativ zeitnah vom Chartmill Value Indikator erkannt. 

 

Chartmill Value Indikator - Investox Farbstudie

 

Im einfachen Backtest ohne Stops bringt die Chartmill-Trendbestimmung bereits positive Ergebnisse. Die Anzahl der Trades ist aber für ein aussagekräftiges Ergebnis zu gering, der Drawdown ist zu groß und die Kapitalkurve verläuft zu volatil.

 

Chartmill Value Indikator - Trendbestimmung

 

Chartmill Value Indikator - Trendbestimmung

 

Im nächsten Schritt habe ich deshalb ein Standard Stop-Konzept implementiert, welches -jeweils getrennt für die Long und Short Seite - folgende Stops enthält:

  • Sofortverluststop
  • Intraday Verluststop
  • Intraday Trailingstop
  • Intraday Gewinnstop

 

Die Stops verbessern das Ergebnis im FDAX-Beispielsystem wie folgt:

 

Chartmill Value Indikator - Handelssystem

 

Chartmill Value Indikator - Handelssystem

 

Als zweite Einsatzmöglichkeit für den Chartmill Value Indikator benannte Vandycke die Validierung von Pattern.

Ich möchte deshalb testen, ob mit dem CVI folgende Pattern profitabel validiert werden können:

 

Chartmill_Value_Indikator

 

Ein Long-Pattern soll nur gültig sein wenn:

  • die CVI Trendbestimmung einen Uptrend anzeigt und wenn außerdem
  • der CVI-Indikator im positiven Signalbereich notiert

 

Ein Short-Pattern soll nur gültig sein wenn:

  • die CVI Trendbestimmung einen Downtrend anzeigt und wenn außerdem
  • der CVI-Indikator im negativen Signalbereich notiert

 

Verpackt in Investox-Code sieht dieser Test im Definitionsbereich eines Handelssystems wie folgt aus:

 

 

Bei Beibehaltung des Standard Stop-Konzepts wird folgendes Ergebnis erzielt:

 

Chartmill Value Indikator - Pattern_Validierung

 

Chartmill Value Indikator - Pattern_Validierung

 

Bisher steht es damit 2:0 für den CVI.

Voila - hier folgt Test 3:

 

Es soll die Eignung des Chartmill Value Indikators als Countertrend-Signalgeber geprüft werden.

Dafür sind die Extremzonen des CVI relevant, deren Standardeinstellung " +8" für stark überkaufte Märkte bzw. "-8" für stark überverkaufte Märkte beträgt. 

Countertrend Long Trades werden immer gemacht wenn:

  • der Chartmill Value Indikator seine negative Extremzone nach oben verlässt.

Für Short Trades gegen die aktuelle Trendrichtung muss

  • der Chartmill Value Indikator seine positive Extremzone nach unten verlassen

Um es vorwegzunehmen:

Auch im letzten Backtest performte der Chartmill Value Indikator gar nicht schlecht im FDAX EOD:

 

Chartmill Value Indikator - Pattern_Validierung

 

Chartmill Value Indikator - Pattern_Validierung

 

Das Testergebnis ist für einen so einfach programmierten Indikator durchaus bemerkenswert und empfiehlt den CVI für weitere, ausführliche Systemtests.

Den Chartmill Value Indikator und unsere Test-Projektdatei für Investox V6 stellen wir interessierten Lesern zum Download bereit.

Wenn eine andere Datenquelle als Tai-Pan EOD genutzt werden soll, muss in der Projektdatei der Titel getauscht werden und ggf. ist eine Neuoptimierung der Systeme auf den neuen Signaltitel sinnvoll.

Download gegen Mailadresse

Investox Indikatoren und Projektdatei :: Chartmill Value Indikator

abstand

Chartmill_Value_Indikator.zip (50 KB)